DART-SPITZEN
Die Spitzen der Dartpfeile werden auch "Points" oder "Tips" genannt und sind aus Plastik bei E-Darts und aus Metall bei Steeldarts.
Allgemeines
Über viele Jahrzehnte unterschieden sich die Stahlspitzen maximal und ein paar Millimeter in der Länge, je nach Dart und Hersteller. Viele Dartspieler*innen haben noch niemals ihre Spitzen gewechselt und besitzen auch kein Werkzeug, um die eingepressten Spitzen aus dem Barrel zu lösen und neue einzusetzen.
Steeldarts fallen bei einem sauberen Wurfstil nur selten auf den Boden, aber es kommt vor und somit kann auch die Spitze in einen Grad bekommen und immer runder werden. Dies ist mit einem Schleifstein oder Schmirgelpapier aber schnell behoben. So können eingepresste Standard-Spitzen jahrzehntelang (wenn nicht sogar ein Leben lang), im Einsatz bleiben.
Entwicklung und Marketing
Ob die letzten Jahre eine Entwicklung oder nur reines Marketing sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Während sich immer noch viele Darter*innen absolut gar keine Gedanken um ihre Spitzen machen und die nutzen, welche halt bei Kauf des Darts schon dran waren, so wächst der Anteil der der "Wechsler" und "Ausprobierer" scheinbar proportional mit dem Angebot der Hersteller.
So gibt es die Steel-Tips in allen Längen, mit oder ohne Rillen oder Einkerbungen für besseren Grip. Der Trend geht aktuell zu sehr langen Spitzen mit Rillen bis in den Bereich, wo der Dart in das Board eindringt. Dies sorgt für einen guten Halt und ruiniert das Board sehr schnell, was im Interesse der Hersteller ist. Es gibt sogar diamantstaubbesetzte Spitzen auf dem Markt, welche ein Tripple-Feld schon nach wenigen Stunden vernichten können. Diese sind bei den Profis mittlerweile verboten und können auch zum Ausschluss bei kleinen Turnieren führen. Denn generell sieht es kein Verein gerne, wenn man dabei zusehen kann wir die Fasern bündelweise aus der Scheibe gerissen werden.
Spitzen wechseln
Ein "Repointer" oder "Abzieher" ist ein Werkzeug, ähnlich einem Schraubstocks, mit welchem man bei Steeldarts die Spitzen wechseln kann. Diese Spitzenwechsler bekommt man, je nach Qualität, zwischen 40 und 180 EUR zu kaufen.
Der Barrel wird meist über sein Innengewinde fixiert und die Spitze eingespannt. Dann wird über eine Kurbel und kleiner Übersetzung eine große Kraft erzeugt, welche die Spitze aus dem Barrel bzw. den Barrel von der Spitze zieht.
Das Einbringen einer neuen Spitze geschieht in umgekehrter Reihenfolge.

Ein "Repointer" von Harrows für um die 60 EUR
Spitzen Wechselsysteme
Einige Hersteller haben auch für den Steeldart-Bereich Spitzen-Wechselsystem entwickelt, welche das Wechseln der Spitzen schnell und leichter machen. Dadurch kann man schnell die unterschiedlichsten Points ausprobieren, welcher man zuvor relativ teuer erwerben kann. Nachteile der Systeme ist, dass die Spitzen sich beim Spiel lockern können, wie beim E-Dart und sehr gerne abbrechen. Wenn es blöd läuft, dann direkt an Ende des Barrels und damit nur noch schwer bis gar nicht zu entfernen sind.
So hat sich z.B. TARGET "Swiss Point", WINMAU "Switch Point" und Harrows "Quick Point" einfallen lassen. Alle diese Spitzensystem setzen die passenden Barrels der Hersteller voraus, um dort auch eingeschraubt werden zu können.
So gibt es die Darts der Profis auch häufig in diesen Ausführungen.
Am Ende muss man für sich selbst entscheiden, ob man das Spitzen-Game mitmachen und seine Geldbörse aufmachen möchte oder nicht. Ob jemals nachweislich eine Spielerin oder Spieler besser geworden ist durch diese schnell abbrechenden Wechselspitzen ist nicht dokumentiert.

Eine Auswahl von Spitzensystemen
Tipps und Tricks
Eine klassische Steeldartspitze ist gleichmäßig vom Material und weist keine Materialverjüngungen durch Gewinde und Absätze auf. Daher ist diese am stabilsten und muss schon sehr merkwürdig auf einem harten Boden aufkommen, um zu brechen. Dies ist bei gutem, einfachem Stahl nahezu ausgeschlossen.
Sobald meinen einen Grad an der Spitze fühlt, sollte man diesen abschleifen mit einem Schleifstein oder gutem Metall-Schmirgelpapier, da dieser sonst bei jedem Herausziehen unnötig Fasern aus dem Board zieht.
Eine ordentliche, nicht zu runde Spitze schont generell das Board. Um dennoch einen guten, festen Sitz des Darts im Sisal zu bekommen, sollte man die ersten 2 cm der Spitze anrauen. Dies bewirkt Wunder und kann beliebig oft wiederholt werden, wenn der Effekt nachlässt.

Arten von Dart-Schleifsteinen
E-Dart Spitzen
Beim Wurf auf die Automaten beim "Elektro-Dart" passen die Plastik-Spitzen in die vorgegebenen Löscher in den Segmenten und beschädigen diese nicht, werden aber selbst schnell krumm, weich oder brechen ab. Sie sind das größte Verschleißteil und halten oft nur wenige Spiele, da E-Darts auch sehr oft auf den Boden fallen. Hochwertige E-Dart-Spitzen sind verstärkt und können dadurch etwas länger überleben. Die "Soft-Tips" haben immer ein Schraubgewinde, um schnell gewechselt werden zu können. Für die E-Dart-Barrels gibt es auch Stahl-, Kohlefaser- und Titanspitzen zu kaufen, so dass man mit diesen auch Steeldart spielen kann. Zu beachten ist, dass Titan sehr hart und somit schwieriger zum anschleifen ist und Kohlefaser sehr leicht bricht bei einem Sturz.
Da es bei uns in erster Linie im Darts, also Steeldarts geht, gehen wir auch nicht näher auf die Plastik-Produkte ein.





